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Das Tierschutz-Kaninchenbuch

Für eine möglichst artgerechte Haltung von Kaninchen sollten – wie der Begriff artgerecht bereits hinreichend aussagt – der Lebensraum sowie die Fütterung von Kaninchen so gestaltet werden, dass sie der Tierart Kaninchen gerecht werden. Natürlich kann man berechtigterweise sagen, dass artgerecht nur die Freiheit ist. Da wir aber die Nachfahren der Wildkaninchen, unsere Hauskaninchen, schlicht nicht einfach in der Freiheit absetzen und sich selbst überlassen können, können wir uns aber Mühe geben, ihnen so viel Freiheit wie möglich auch in Menschenhand zu geben und zu gestalten. Das ist gar nicht so schwer.

Die Unterbringung der Kaninchen muss schon von Gesetzes wegen verhaltensgerecht sein. Das steht in § 2 unseres deutschen Tierschutzgesetzes. Auch das Wort verhaltensgerecht sagt eigentlich schon alles: Die Unterbringung muss so sein, dass sie dem Verhalten von Kaninchen gerecht wird.

Um das Verhalten von Kaninchen zu bestimmen, muss man sich einfach nur einmal die vielen Wildkaninchen anschauen, die draußen auf den Wiesen und in den Stadtparks leben. Natürlich kann man sich auch Hauskaninchen anschauen, die aber in einem möglichst großen und naturbelassenen Außengehege leben, denn nur dort können sie die verschiedenen Verhaltensweisen auch ausüben und uns zeigen. Studien haben ergeben, dass sich am Verhaltensrepertoire der einstigen Wild- und heute Hauskaninchen seit ihrer Domestikation nichts Wesentliches geändert hat. Daher kann man an Wild- wie auch an Hauskaninchen die gleichen Verhaltensmuster beobachten:

Kaninchen flitzen Haken schlagend über die Wiesen, rennen sich hinterher, hoppeln auch mal gemächlich oder fressen sich Stück für Stück über die Grasflächen. Droht Gefahr, klopft ein Kaninchen aus dem Verband kräftig mit der Hinterpfote auf den Boden, so dass alle anderen Kaninchen gewarnt sind – und schon flitzen alle in ihre unterirdischen Baue, die sich die guten Gräber im lockeren Boden selbst gegraben haben. In ruhigeren Minuten kuscheln die Kaninchen, entweder alleine oder mit anderen Kaninchen, betreiben – auch gegenseitig – Körperpflege und ruhen, meist tagsüber, denn Kaninchen sind dämmerungsaktiv. In den späten Abend- und frühen Morgenstunden sind sie am aktivsten.

Folglich sollte auch die Unterbringung von Hauskaninchen so gestaltet werden, dass sie die oben genannten Verhaltensweise ausleben können: Das Gehege sollte Platz zum Rennen, Haken schlagen und Hoppeln bieten. Es sollte den Kaninchen die Möglichkeit bieten, ihren Buddeltrieb auszuleben und natürlich sollte kein Kaninchen alleine leben müssen. Kaninchen sind gesellige Tiere, die in Gruppen leben und sich gegenseitig schützen, pflegen und Körperkontakt zu anderen Tieren suchen. Alleine kann ein Kaninchen diese sozialen Verhaltensweisen nicht ausleben. Einzelhaltung oder die Haltung in einem kleinen Käfig ist also nicht verhaltensgerecht.

Natürlich kommt es auch in Kaninchengruppen hin und wieder zu Unstimmigkeiten. Dann möchten sich die Tiere aus dem Weg gehen. Auch hierfür muss das verhaltensgerechte Gehege genug Platz bieten: Dass sich jeder Bewohner einmal zurückziehen kann und seine Ruhe haben kann.

Auch geschützte Rückzugsmöglichkeiten oder sogar – in naturnahen Außengehegen möglich – eigene selbstgegrabene Höhlen müssen den Kaninchen genügend gewährt werden. Denn wie oben gesehen ist es ein natürliches Verhalten der Kaninchen, bei Gefahr in ihren Kaninchenbau zu fliehen. Dort fühlen sie sich sicher vor Feinden. Daher sollte das verhaltensgerechte Gehege neben Flächen zum Hoppeln und Rennen auch abwechslungsreiche Rückzugsmöglichkeiten bieten, die den Kaninchenbauen so weit wie es geht nachempfunden sind.

Der Magen-Darm-Trakt von Kaninchen ist auf große Mengen blättrigen Grüns ausgelegt: Kaninchen brauchen große Mengen strukturreiches Futter. Sie müssen sehr oft am Tag kleine Portionen zu sich nehmen, denn der Magen-Darm-Trakt funktioniert nur, wenn von oben ständig „nachgeschoben“ wird. Daher darf artgerechtes Futter für Kaninchen nie ausgehen, vielmehr müssen sie sich ständig bedienen können.

Am artgerechtesten ist die Ernährung von unseren Hauskaninchen so, wie sich auch ihre wilden Verwandten ernähren: Viel frisches und blättriges Grün verschiedener für Kaninchen fressbarer Pflanzensorten. Sehr gerne fressen Kaninchen die zarten und noch jungen Blättchen der Pflanzen und verschmähen oft harte Stiele und Stengel.

Gerade im Winter, wenn die Kaninchenbesitzer ihren Tieren das Futter nicht immer direkt aus der Natur besorgen können, ist Golliwoog® eine gute Alternative, den Tieren zusätzlich zu Heu, welches auch immer zur Verfügung gestellt werden sollte, artgerechte Nahrung anzubieten.

Barbara Felde ist Volljuristin und setzt sich für Kaninchen ein, die immer noch oft als Kuscheltiere verkannt werden. Schon als Jugendliche half sie im Tierheim und beschäftigt sich nun auch beruflich mit dem Tierschutzrecht. In ihrer Freizeit kümmert sie sich um eigene Kaninchen, die sie alle aus dem Tierschutz übernommen hat und ist aktives Mitglied der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V.

Da sie schon immer gerne schrieb, lag es nahe, ein Buch über Tierschutz und Kaninchen zu schreiben. Das Tierschutz-Kaninchenbuch ist im Kleintierverlag erschienen und behandelt neben Vorschlägen für eine möglichst artgerechte Haltung von Kaninchen auch rechtliche Aspekte sowie Tierschutz-Themen rund um das Kaninchen, etwa Tierversuche oder Massentierhaltung.

Das Tierschutz-Kaninchenbuch, von Barbara Felde
1. Auflage 2015, 169 Seiten mit 175 Fotos, Softcover
ISBN 978-3-944484-06-8, Preis: € 16,80
Verlag: www.kleintierverlag.de

Leseprobe „Tierschutz-Kaninchenbuch“

Leseprobe 1 Das Tierschutz-Kaninchenbuch
Leseprobe 2 Das Tierschutz-Kaninchenbuch
Leseprobe 3 Das Tierschutz-Kaninchenbuch
Leseprobe 4 Das Tierschutz-Kaninchenbuch